"Sie führen das Volk hinter die Fichte"

Nicht nur diese Redewendung war mir neu, sondern der gleichnamige Blog-Artikel von Hartmut B. war auch in anderer Hinsicht lehrreich für mich. Darstellung, Gegendarstellung, Lüge, Wahrheit und die Frage, was das am Ende bringen soll.

In seinem Artikel bezieht sich Hartmut B. auf die Berichterstattung über die Situation in Libyen und wie durch die Verwendung bestimmter Begriffe und psycholgischer Berichterstattung („Lügen“), die Propaganda geschürt wird. Mit einem hat er sicherlich recht: In den Medien gibt es häufig nur eine akzeptierte Meinung und meist nur eine Seite, die als die „gute“ verkauft wird.

Richtig Sorge macht mir allerdings folgender Satz auf seiner Facebook-Seite: „Es besteht echter Bedarf an der Wahrheit über den NATO-Krieg in Libyen.“
Nachdem er selbst aufzeigt, wie relativ „Wahrheit“ in der Berichterstattung ist, finde ich es unglaubwürdig, dass gerade er von seinem Schreibtisch in Berlin aus (ich nehme mal an, dass die Facebook-Angaben stimmen) die Wahrheit findet.

Hoffen wir für die Menschen in Libyen, dass sich wieder ein halbwegs stabiler Zustand einstellt und keine Menschen mehr getötet werden. Das klingt naiv. Aber wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, sollte genau das wichtiger sein als der Anspruch, die „Wahrheit“ über die politische und militärische Lage zu kennen! Jeder, der über solche Themen schreibt, und das schließe ich mich zu 100% mit ein, sollte sich fragen, mit welcher Motivation er das tut. Gelesen werden? Dagegen sein? Mehr wissen als alle anderen? Eine Meinung beeinflussen? Seine Meinung loswerden? Alle diese Motive beziehen sich nur auf die eigene Person. Wo bleiben da noch Objektivität und Wahrheitsliebe?

Mein Fazit für mich: Berichterstattung ist nicht neutral und sie ist auch nicht moralisch. Journalismus ist leider nicht so idealistisch wie ich das selbst gern hätte. Ungeprüft und unkritisch sollte man keine Berichterstattung aufnehmen. Solche Blogs wie der von Hartmut B. fairerweise auch nicht. Zugegeben, man kann nicht alles selbst überprüfen. Aber man sollte von seinem Verstand und seiner Entscheidungsfreiheit Gebrauch machen wenn man entscheidet, was die eigene Meinung prägt und beeinflusst.

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