idea hamster* – Bronchitis H. Hamster

* engl. = Ideenbündel.
Da es nun schon zwei Artikel in dieser „Reihe“ gibt, erschien mir dieser Titel passend. Bisher fand ich Geschichten und Erzählungen von anderer Leute Haustieren immer langweilig und einfältig. Außerdem waren sie meiner Meinung nach ein Anzeichen dafür, dass jemand sein Haustier zu sehr vermenschlicht, was für das arme Tier widernatürlich wäre. Unser Hamster dagegen hieß bisher nur „Hamster“, um jegliche Vermenschlichung zu vermeiden. Da ich bisher kein befelltes Haustier hatte (ja, ich musste leider Jahre warten bis es endlich soweit war), beobachte ich ES nicht mit kindlicher Neugier, sondern natürlich mit wissenschaftlichem Interesse. Und da ich jetzt sowieso schon von ihm erzähle, kann ich auch gleich weitermachen und von der verzerrten Wahrnehmung des Tieres durch den Menschen berichten.

Wir konnten ja nicht voraussehen, dass die Bezeichnung „Hamster“ auf so viele ungläubige Nachfragen stößt. Einige wollten ihm einfach einen beliebigen Namen geben, weil „Hamster“ ja scheinbar nicht ausreicht („Oh, das arme Tier!“ ???). Ich habe das tierische Gemüt und seine Wahrnehmung nicht studiert, aber merkt das kleine Hirn denn überhaupt, wie man ihn anspricht? Da wir unsere Namensgebung so oft verargumentieren und rechtfertigen mussten, musste Wolfgang das Thema schon im Traum verarbeiten. Eines Morgens wachte er auf und sagte schlaftrunken: „Ich hab geträumt, wir hätten Hamster einen Namen gegeben:“ … Spannungspause … „Bronchitis.“ Ich wundere mich zwar, lasse es dann aber doch sein, mir um seine psychische Gesundheit Sorgen zu machen. Immerhin kann man uns mit diesem Namen nicht vorwerfen, wir würden das Tier vermenschlichen.

Ein unordentliches Schlafzimmer ist für Bronchitis ein spannender Hindernisparcour: Rein in die Schuhe, raus aus den Schuhen. Mit unfassbar schnellen kurzen Füßen vibriert er über den Laminat und landet im grünen Hochflorteppich, in dem seine Körnchen versteckt sind. Jedes Mal, wenn er im Schlafzimmer rennen darf, kann er es nicht fassen, dass  er sich in diesem Teppich nicht eingraben kann. Das beste ist aber die lange, glatte, hoch aufragende Tür des Zimmers. Der Schlitz unter der Tür würde vielleicht ausreichen, um sich drunter durchzuquetschen. Dieser Hamster dagegen reckt sich in die Höhe und nimmt Anlauf an der Fußleiste als wollte er die glatte Tür hochlaufen. Muss man das verstehen?

Während ich all das beobachte, ertappe ich  mich bei dem Gedanken, dass es Bronchitis doch gut hat. Er lebt so artgerecht, hat ausreichend Bewegung und Abwechslung. Und es sieht doch so niedlich aus, wie er über den Boden rennt. Mir huscht der Gedanke durch den Kopf: Er ist glücklich! Das Tier, das anfänglich mit dem Namen „Hamster“ auskam und nun „Bronchitis Homer Hamster“ heißen muss.

Während ich mir als guter Tierbesitzer gefalle, wuselt er weiter im Zimmer herum und verbraucht wahrscheinlich Tage seines Lebens mit den schnellen Herzschlägen. Wahrscheinlich sieht der kleine Kerl nicht mal genau, wie groß der Raum ist (seine halsbrecherischen Sprünge deuten darauf hin, dass er sehr kurzsichtig sein muss). Am Ende ist das kein beschwingtes Herumtoben, sondern ein Schutz suchendes Herumirren, unterbrochen von manischen Futtersuche. Und dann dieser höchst unnatürliche, glatte Boden. Was, wenn er Minuten der Panik und Orientierungslosigkeit durchlebt während ich das Tier für glücklich halte? Haustiere sollten verboten werden!

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