idea hamster – Ich will die Nuss!

idea hamster, engl. = Ideenbündel.

Kennen Sie dieses unbestimmte Gefühl auf der Stelle zu treten? Sie meinen, konstruktiv an einem neuen Thema zu arbeiten, Informationen darüber einzuholen, sich mit den Kollegen abzustimmen  und dennoch geht es nicht vorwärts. Die Recherche gestaltet sich ähnlich wie die Suche nach dem Passierschein A38 im „Haus, das Verrückte macht“ (Asterix erobert Rom). Soweit nichts ungewöhnliches in einem durchschnittlichen Arbeitsalltag.

Was letztendlich den Ausschlag vom Normalen zum Destruktiven gibt ist eine latente Stimmung, die ich ganz subjektiv mit den Worten zusammenfassen würde: „Alles neue ist grundsätzlich höchst problematisch. Und außerdem: Wer soll die Arbeit denn machen, die aus neuen Themen entstehen könnte!?!“
Besonders die letzte Frage wäre durchaus berechtigt, wenn sie nicht durch die erst genannte Einstellung ihr konstruktives Potenzial verlieren würde. Alles schon zu beginn problematisch zu finden rührt mitunter daher, dass man sein eigenes Zeug schaffen will und alles weitere viel zu viel und vor allem egal ist. An sich ebenfalls sehr verständlich. Doch warum blockiert man mit einem übertriebenen Mauern nicht nur sich selbst, sondern gibt sich erst zufrieden wenn man auch die Kollegen soweit hat? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich kann nur bestätigen, dass man bisweilen überlastet ist und so machnes neue Thema einfach nicht interessant ist. Und dennoch bleibt die Frage: Wieso frustrieren wir uns gegenseitig so?

Noch bevor ich dazu komme Ursachenforschung zu betreiben, gehe ich  ins Wohnzimmer und erwische unseren Hamster dabei, wie er in einer halsbrecherischen Aktion versucht, an eine Nuss zu kommen, die oben auf dem Käfig liegt. Warum hat dieser Hamster mehr Ehrgeiz und Einfallsreichtum als ein Mensch und bezahlter Mitarbeiter?

„Ich will die Nuss!“ ist eine klare Information an sein Spatzenhirn und von da an konzentriert sich seine beschränkte Intelligenz mit dem Lösungsweg. Mit Erfolg, denn schließlich hängt er so mit den Vorderpfoten am „Nusshimmel“, dass er ausdauernd am Objekt der Begierde herumnagen kann. Ich bin kein Tierkenner, aber so wie ich dieses namenlose Kerlchen* bisher beobachtet habe, muss sein Gehirn mit Nullen und Einsen funktionieren: gut – Belohnung, schlecht – keine Belohnung. So einfach ist das?

Ich will die Nuss!Exkurs rund um „Hamster“ in unserer und anderen Sprachen > hier

Ernüchternd, aber wahr: Wir stellen mit unserem sorgen- und stressgetriebenen Verhalten sogar einen Hamster in den Schatten – der sich übrigens längst wieder schlafen gelegt hat, um sich von seinen Anstrengungen zu erholen.

* An die regelmäßigen Leser des Blogs: Hamster 1, alias Bronchitis, hat nach einem ausgefüllten, wenn auch kurzen Leben im Biomüll seine letzte Ruhe gefunden. Mittlerweile haben wir Hamster 2, der nach wie vor keinen Namen hat.

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